Preisentwicklung bei Whiskys – lohnt sich ein Investment?

Das Sammeln hochwertiger Single Malt Whiskys erfreut sich seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit. Es lässt sich aktuell von einem regelrechten „Whisky-Boom“ sprechen. Sammler erzielen beim Verkauf derzeit sehr hohe Summen für Flaschen namhafter Destillieren, wie z.B. Macallan, Bowmore oder Port Ellen. Doch handelt es sich bei hochwertigen Whiskys auch um eine dauerhaft steigende Wertanlage?

In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass es durchaus Produkte gab, die bei Sammlern zeitweise sehr stark nachgefragt waren und im Wert entsprechend stiegen: Sowohl Telefonkarten, Überraschungseierfiguren als auch die lange Zeit sehr beliebten Briefmarken wurden regelrecht „gehyped“, bis die Nachfrage jedoch stark nachließ und sie mittlerweile höchstens noch einen ideellen Wert haben.

Auch zahlreiche hochwertige Bordeaux-Weine ereilte ein ähnliches Schicksal: Die Preise stiegen über die Jahre regelmäßig an, bis sie ca. im Jahre 2010 plötzlich stark in die Höhe gingen. Eine Flasche Lafite Rothschild 1982 lag im Jahre 2004 beispielsweise bei einem Kaufpreis von ca. 300 Euro, sieben Jahren später kletterte der Preis auf teilweise bis weit über 5.000 Euro. Damit einher ging jedoch auch die steigende Anzahl an Fälschungen auf dem Weinmarkt. Im Laufe der Zeit entstand eine sog. „Spekulationsblase“, die im Jahre 2011 schließlich „platzte“. Flaschen namhafter Weingüter, wie z.B. Lafite Rothschild, erfuhren einen enormen Wertverlust.

Könnte dies nun auch die Whisky-Sammler treffen?

Eine gut erhaltene Flasche Macallan aus den 60er oder 70er Jahren konnte vor wenigen Jahren noch für ca. 300 bis 400 Euro erworben werden. Heute werden diese Flaschen teilweise zum vielfachen Preis verkauft. Doch wann ist das Preislimit erreicht? Steht uns eine neue „Spekulationsblase“ bevor?

Investment | Whisky AnkaufÄhnlich wie an der Börse können Preise völlig unerwartet rapide fallen. Ob es sich um Spekulationspreise handelt, ob und vor allem auch wann daraus eine „Spekulationsblase“ entsteht, lässt sich nur schwer voraussagen. Nur wer die Vorzeichen einer solchen „Blase“ rechtzeitig erkennt, kann gute Gewinne erzielen und Verluste vermeiden.

Die Vermutung vieler Investoren, dass die Preisentwicklung einiger namhafter Single Malt Whiskys immer weiter steigt, führt unserer Meinung nach aktuell zu einem sehr irrationalen Käuferverhalten.

Eine Whisky-Blase entsteht

Wenn ein Investor wissentlich einen höheren Preis für eine Flasche Whisky bezahlt als diese zu dem Zeitpunkt Wert ist, dann geht er davon aus, dass diese in Kürze einen noch höheren Preis erzielen wird. Er spekuliert somit auf einen Gewinn. Dieser Vorgang wiederholt sich einige Male. Die Euphorie der Marktteilnehmer überschlägt sich, sodass die Preise schnell und stark steigen. Im englischen Sprachgebrauch wird dies auch als „Greater Fool-Hypothese“ bezeichnet. Man geht davon aus, einen noch größeren „Narren“ zu finden, der einen noch höheren Preis bereit ist zu zahlen.

Dieses Verhalten kann einige Zeit anhalten. In der Regel kippt dies jedoch, da irgendwann niemand mehr bereit ist, die nun überhöhten Preise zu zahlen, sodass sie rapide fallen. Aus Angst vor einem noch höheren Wertverlust wollen die Besitzer ihre Flaschen nun möglichst schnell verkaufen, sodass das Angebot steigt. Das massiv erhöhte Angebot auf dem Markt führt somit zu einem Preissturz – die Spekulationsblase ist geplatzt.

Interesse am Whisky Investment steigt

Wie sich die Preise und das Käuferverhalten auf dem sehr vielfältigen Whisky-Markt entwickeln werden, lässt sich derzeit nur schwer beurteilen. Allerdings lassen sich zum Teil sehr stark ansteigende Preise beobachten, die für die Entwicklung einer solchen Blase sprechen könnten. Um hochwertige Whiskys zu erhalten, muss der Interessent mittlerweile sehr viel Geld in die Hand nehmen; das Risiko eines verfehlten Return-On-Invest ist folglich höher, als noch vor einigen Jahren.

Google Trends zeigt anhand dieser Grafik das Interesse im zeitlichen Verlauf:

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